Cappuccino: Geschichte, Rezept und die Geheimnisse einer perfekten Tasse
Die Geschichte des Cappuccinos
Der Name „Cappuccino" leitet sich von der Farbe der Kutten der Kapuzinermönche ab — einem franziskanischen Orden, der im 16. Jahrhundert in Italien gegründet wurde. Der hellbraune Farbton ihrer Habit erinnert an die Farbe des gemischten Getränks: dunkler Espresso, heiße Milch und heller Schaum. Kein Zufall, dass das Wort „Kapuziner" im Deutschen auch diese besondere Schattierung bezeichnet.
Das Rezept, wie wir es heute kennen, entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Wien und wurde anschließend in Italien mit dem Aufkommen der Espressomaschinen im 20. Jahrhundert perfektioniert. Heute ist der Cappuccino eine Institution in den italienischen Kaffeebars — dort wird er ausschließlich morgens serviert. Die Italiener sind der Meinung, dass er nach dem Mittagessen zu schwer für den Magen ist.
Das klassische Rezept: die Drittelregel
Ein klassischer Cappuccino basiert auf einer einfachen Proportion: ein Drittel Espresso, ein Drittel heiße Milch und ein Drittel Milchschaum. In der Praxis entspricht das etwa 30 ml Espresso, 60 ml heißer Milch und 60 ml Milchschaum in einer Tasse von 150 bis 180 ml.
Das ist es, was den Cappuccino vom Latte unterscheidet: Ein Latte enthält viel mehr Milch und sehr wenig Schaum — eher ein Milchgetränk mit Espresso. Beim Cappuccino sind alle drei Teile gleichwertig verteilt, und der Schaum ist fest und dick, nicht nur ein Schleier an der Oberfläche.
Das Geheimnis eines gelungenen Cappuccinos zu Hause liegt in drei Dingen: einem guten, kräftigen Espresso, gut kalter Vollmilch und einem Schaum, der langsam auf 60 bis 65 °C aufgeschäumt wird. Nicht mehr — aber auch nicht weniger.
Wie Sie einen Cappuccino zu Hause zubereiten
Der Kaffee. Wählen Sie einen kräftigen Espresso mit einer Intensität von 8 oder mehr, am besten eine Arabica-Robusta-Mischung für eine schöne Crema. Ein zu leichter Kaffee verschwindet hinter der Milch. Marken wie Gran Maestro Italiano, Lavazza oder Segafredo sind klassische Wahlen für einen Cappuccino mit Charakter.
Die Milch. Vollmilch ist ideal: Der höhere Fettgehalt in Kombination mit ausreichend Eiweiß sorgt für einen stabilen, cremigen Schaum. Halbfettmilch schäumt ebenfalls gut auf. Für pflanzliche Alternativen eignen sich die Barista-Variante von Haferdrink oder Sojamilch am besten — sie sind speziell für die Verwendung bei Kaffee formuliert.
Der Schaum. Beginnen Sie mit gut kalter Milch in einer kalten Metallkanne. Entlüften Sie das Dampfrohr, bevor Sie es in die Milch tauchen. Bringen Sie in den ersten Sekunden Luft ein, indem Sie die Lanze knapp unter der Oberfläche halten, dann tiefer tauchen zum Aufwärmen. Stoppen Sie bei 60-65 °C. Danach die Kanne auf die Arbeitsfläche tippen und schwenken, um den Schaum zu homogenisieren.
Das Zusammensetzen. Gießen Sie den Espresso in die vorgewärmte Tasse, dann gießen Sie die Milch und den Schaum langsam hinzu. Für einen traditionellen Cappuccino sollte der Schaum eine Schicht von etwa einem Zentimeter an der Oberfläche bilden.
Cappuccino, Latte oder Flat White?
- Cappuccino: 1/3 Espresso, 1/3 heiße Milch, 1/3 dicker Milchschaum. Tasse 150-180 ml. Ausgewogen, mit deutlich präsentem Kaffee.
- Caffè Latte: Espresso mit viel heißer Milch und einem dünnen Schaumschleier. Größer und milchiger — der Kaffee tritt in den Hintergrund.
- Flat White: Doppelter Espresso mit einer kleinen Menge seidiger Milch und kaum Schaum. Kleiner und kräftiger als der Cappuccino.
- Latte Macchiato: Vor allem Milch, mit einem Espresso-Shot hindurchgegossen, in Schichten. Der sanfteste der Familie.
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